Musik – Balsam für kleine Seelen

Musikalische Früherziehung für Babys und Kleinkinder schult Stimme, Rhythmus und Motorik.

Babys und Kleinkinder lieben Musik. Singen und Tanzen sind ihnen schon in die Wiege gelegt. Je früher Kinder an Musik herangeführt werden, umso erfolgreicher gelingt es, natürliche Veranlagungen zu wecken und zu fördern.

Musik – Balsam für kleine Seelen

In die Hände klatschen; mit dem Popo im Takt der Musik wackeln; Glockenspiel, Xylophon und Rassel ausprobieren oder gemeinsames Liedersingen – bei der musikalischen Früherziehung lernen Babys und Kleinkinder auf spielerische Weise und ohne Zwang die Welt der Musik kennen. Kinder sind von Natur aus von Musik fasziniert. Die Fähigkeit zu Singen und zu Tanzen ist ihnen angeboren. Und auch wissenschaftliche Studien bestätigen immer wieder, dass die Musikerziehung positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Intelligenz, Kreativität und Sprache hat.

„Musik hat einen positiven Einfluss auf fast alle Entwicklungsgebiete – von der Motorik über soziale und emotionale Verhaltensweisen bis hin zur kognitiven, musikalischen und sprachlichen Entwicklung“, erklärt Bart Merlevede, Musiktherapeut sowie Musik- und Gesangslehrer. „Dennoch ist Musik auch etwas sehr Persönliches und Individuelles. Was für das eine Kind entspannend wirkt, kann für ein anderes enorm stressig sein. Wichtig ist, dass ein Kind im Sinne des Kindes an Musik und Singen herangeführt wird – eben auf spielerische Weise und ohne Zwang.“, so Merlevede.

Musizieren und Singen regen auf vielfältige Weise die Nervenzellen im Gehirn an, fanden aktuellste wissenschaftliche Studien heraus. Das Belohnungssystem wird aktiviert, Musik macht aktiver und reduziert gleichzeitig das Angstsystem. Auch Langzeitstudien zeigen, dass Musikerziehung wichtige Persönlichkeitsmerkmale fördert.

Eltern, die sich wünschen, dass ihr Kind später einmal ein begnadeter Musiker wird und es daher bereits als kleines Kind mit einem strengen Lehrer an der Seite ans Klavier oder an die Geige setzen und sich statt Spaß am Spiel vor allem Disziplin wünschen, haben das Konzept der Musikalischen Früherziehung nicht verstanden. Die eigentliche Idee dahinter ist nämlich die: kleine Kinder und sogar Babys sollen ohne Druck spielerisch die verschiedenen Instrumente, das Singen und Musizieren in einer lockeren Atmosphäre, in der sie sich wohl fühlen, entdecken. Aufgrund der positiven Erfahrungen in der frühesten Kindheit, haben sie vielleicht später von selbst Lust, ein Instrument zu lernen oder im Chor zu singen.

Vor allem die Stimme kommt in der Musikalischen Früherziehung zum Einsatz. Babys und Kleinkinder haben einen stimmlichen Vorteil gegenüber uns Erwachsenen – sie atmen und singen von Natur aus erstmal richtig, auch wenn Sie tonal und rhythmisch noch nicht kontrolliert sind. „Wenn man viel zusammen singt, wird der Bereich des Gehörs im Gehirn mit der Stimme verbunden. Auch gestimmte Instrumente helfen dabei, das Gehör zu schulen und die Stimme später weiterhin richtig einzusetzen.“, so Merlevede, der seit Jahren Musikkurse in allen Altersgruppen anbietet. Der Einsatz von Klanghölzern, Glöckchen, dem Klavier und der Gitarre hat demnach neben dem Spaßfaktor für die Kleinen auch einen pädagogischen Effekt. Und dann kommt natürlich noch die Bewegung hinzu – zum Rhythmus der Musik wird getanzt, sich bewegt und miteinander gespielt.

„Positive Erlebnisse im Umgang mit Musik können die Neugier des Kindes wecken“, sagt Musiktherapeut Merlevede. „Negative Erfahrungen dagegen führen eher zur Vermeidung.“ Und noch etwas sei wichtig beim Heranführen von Kindern an das Thema Musik, weiß Merlevede: „Das schönste Lied, was ihr Kind hören kann, ist eines, das Sie selbst mit ihm singen, keine Aufzeichnung auf CD, auf dem Tablet oder im Fernsehen. Wenn Sie Ihrem Baby oder Kleinkind etwas vorsingen und sich zusammen mit ihm bewegen, sind Sie ganz im hier und jetzt mit ihrer Aufmerksamkeit. Das ist das schönste Geschenk für ihren Nachwuchs!“

Die meisten Erwachsenen erinnern sich noch heute – begleitet von einem wohlig-warmen Gefühl – an Hoppe, hoppe Reiter auf Mamas Schoß – genau das ist das Prinzip der Musikförderung im Kleinkindalter: Musik ist Balsam für die Seele – und bietet uns später, wenn wir erwachsen sind, eine Möglichkeit immer mal wieder aus unserer hektischen Welt in die Welt der Musik, Sinne und Klänge einzutauchen und es uns gut gehen zu lassen!

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